Freiwilliges Soziales Jahr in Indien

Indien ist ein Land, in dem Vielseitigkeit kein leeres Wort ist. Vielseitig ist die Landschaft, das Klima, vom Hochgebirge im Norden über die Hochebene des Dekkan bis zu den sanften Hügeln in Darjeeling und Kerala. Tropische Strände gibt es genauso wie überfüllte, hektische, staubige Städte und kollabierendem Verkehr. Vielseitig ist auch die Bevölkerung. Insgesamt werden in Indien über 100 verschiedene Sprachen gesprochen. Es gibt ähnlich viele Völker, Kulturen und verschiedene Küchen wie in ganz Europa.

Indien gehört zu den sogenannten Schwellenländern und ist Teil der G20-Gruppe. Der Wohlstand des Landes ist aber sehr ungleich verteilt. Viele Menschen leben unter der Armutsgrenze. Dies führt auch dazu, dass Kinder von zu Hause weglaufen oder von den Eltern weggeschickt werden und dann auf der Straße landen.

Sagayathottam befindet sich im südöstlichen Bundesstaat Tamil Nadu. Sagayathottam ist erst seit wenigen Jahrzehnten ein eigener Ort, dessen Geschichte auf das Projekt der Salesianer zurückgeht. Ursprünglich war er Teil des 2.000 Einwohner-Dorfes Pudukesavaram, wo die Salesianer eine Fläche von etwa 100 Hektar kauften. Auf dieser Fläche wurde ein landwirtschaftliches Projekt begonnen, welches bald als „Garten Marias“ (übersetzt Sagayathottam) bekannt wurde. Die Menschen in der Umgebung leben zum Großteil von der Landwirtschaft und sind oftmals von Armut betroffen. Die Region verfügt über eine reiche Tier- und Pflanzenwelt, die allerdings durch die starke Zersiedelung und die damit verbundene Zerstörung natürlicher Lebensräume bedroht ist.

Einsatzstelle für ein FSJ in Sagayathottam

Das Projekt in Sagayathottam wurde 1948 gegründet. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg war auch in Indien die Wirtschaftslage angespannt. Als erstes Teilprojekt entstand deshalb eine Farm, um für die Menschen und das Projekt eine Lebensgrundlage zu schaffen. Durch neue Methoden der Bodenbearbeitung und des Wassermanagements konnten schnell gute Ernten erzielt werden. Bald darauf wurde eine landwirtschaftliche Schule gegründet, die später zu einem College für Landwirtschaft ausgebaut wurde. 1960 wurde ein Internat für Kinder aus der weiteren Umgebung eingerichtet, für die ein Schulbesuch wegen langer Anfahrtswege sonst schwierig oder unmöglich wäre. In den 1990ern entstand außerdem eine Secondary School.

Ziel des Projekts ist es, den Kindern in der Umgebung den Besuch einer Schule zu ermöglichen. Weiters kurbelt das Projekt die lokale Landwirtschaft durch professionell ausgebildete Farmer an. Auch Jugendlichen von weiter weg, wird eine Ausbildung im College durch die vorhandenen Wohnheime ermöglicht. Dabei ist es den Salesianern und den Schwestern wichtig, auf die ganzheitliche Betreuung der Kinder zu achten und sie auf ihrem Lebensweg bestmöglich zu unterstützen.

Im Rahmen deines Gap Years im Ausland kannst du deine Fähigkeiten in beinahe allen Teilprojekten einbringen. Du bist hier in erster Linie Ansprechperson für die Kinder, große Schwester, Bruder, FreundIn, LehrerIn, Vorbild und Inspiration, aber vor allem kannst du ganz viel von den Kindern und Jugendlichen lernen. Eine Besonderheit in Sagayathottam ist, dass du hier auch in die Welt der indischen Landwirtschaft eintauchen und auf der Farm mitarbeiten kannst.

Mögliche Tätigkeiten

  • Ansprechperson für die betreuten Kinder und Jugendlichen sein
  • Unterrichtsassistenz in der Secondary School und im College (Spoken English, Mathematik, Extracurricular Activities)
  • Freizeitgestaltung für die Kinder der Schule und des Internats
  • Unterstützung bei täglichen Aufgaben im Boys Home oder Girls Home
  • Bei Interesse auch Aktivitäten auf der Farm

Fakten

  • Einsatzort: Sagayathottam, Indien
  • Einsatzdauer: 10-12 Monate
  • Einsatzbeginn: Sommer
  • Einsatzplätze: 2

Ich habe viel geschwitzt, mich geärgert, an mir gezweifelt um noch viel mehr zu lachen, zu wachsen, zu lernen und zu genießen.

 

Rosa, Volontärin 2015/2016