Freiwilliges Soziales Jahr in Ecuador

Ecuador hat 2008 das Konzept des „Buen Vivir“ in die eigene Verfassung aufgenommen und damit auch der Natur als erstes Land der Erde Rechtssubjektivität eingeräumt. Das Land hat an Ressourcenreichtum und landschaftlicher Vielfalt alles zu bieten, damit „das gute Leben“ für alle auch wirklich möglich sein könnte. In den vergangenen Jahren wurde viel in Infrastrukturprojekte investiert und merkliche ökonomische Fortschritte gemacht. Treibender Motor für diese Entwicklung ist aber eine extensive Ausbeutung der Erdölressourcen des Landes. Drunter leidet auch die Natur.

Ecuador oder Ekuador, wie es manchmal auch geschrieben wird, hat auf einer Fläche von insgesamt 285.000 km2 drei Klimazonen zu bieten. Das Andenhochland, die Küstenregion und das Amazonastiefland bilden die drei charakteristischen Regionen und sind für die ökonomische und soziale Vielfalt des Landes mitverantwortlich.

Eines der größten sozialen Probleme des Landes, nämlich die Ungleichverteilung von Ressourcen, konnte in den letzten Jahren stark verbessert werden. Der GINI-Koeffizient des Landes hat sich von 58,6 (1998) in den letzten Jahren auf 45 gebessert. Österreich hatte 2016 einen Koeffizienten von 30. Allerdings ist diese Verbesserung auch in Ecuador nicht unumstritten und es gibt starke Tendenzen, diesen politischen Trend wieder umzukehren.

Einsatzstelle für ein FSJ in Ambato

In diesem gesellschaftlichen Umfeld setzen sich die Hermanas Murialdinas, in dem von Salesianern 1997 gegründeten Projekt, für Kinder und Jugendliche ein, die in einem schwierigen sozialen Umfeld aufwachsen.

Die „Fundacion Don Bosco“ besteht aus zwei Teilprojekten: In der „Albergue“ leben 20-25 Kinder und Jugendliche, deren Eltern sich nicht um ihren Lebensunterhalt kümmern können. Siebesuchen von dort aus öffentliche Schulen. Ein pädagogisches Team von SozialarbeiterInnen, Schwestern und PsychologInnen kümmert sich um die Freizeitgestaltung der Kinder, deren Erziehung und unterstützt sie in ihrer Schulausbildung. Du als FreiwilligeR hilfst mit, wo immer es notwendig ist, und bist vor allem Ansprechperson in allen Lebenslagen. Im Jugendzentrum, das im Zentrum Ambatos liegt, kümmert sich ein professionelles Team täglich um 150-180 Kinder. Die Kinder können dort ganz nach den Prinzipien der Pädagogik Don Boscos spielen, bekommen Unterstützung bei ihren Hausaufgaben und können gegen einen symbolischen Beitrag zu Mittag essen. Die „Fundacion Don Bosco“ bietet ein tolles Umfeld für einen Freiwilligeneinsatz oder Zivildienst im Ausland.

Mögliche Tätigkeiten

  • Ansprechperson für Kinder und Jugendliche sein
  • Gestaltung von Freizeitaktivitäten (Spiel, Sport, Tanz und Basteln) für Kinder zwischen 8 und 16 Jahren
  • Hausübungsbetreuung für Kinder
  • Musik-, Tanz oder Sprachunterricht im Jugendzentrum halten
  • Kleine Reparaturarbeiten, Mithilfe in den Werkstätten oder im Projektgarten

Fakten

  • Einsatzort: Ambato, Ecuador
  • Einsatzdauer: 10-12 Monate
  • Einsatzbeginn: Februar oder Sommer
  • Einsatzplätze: 2-5

Erfahrungsbericht

Das Volontariat ist wie ein Fenster, das dir die

Sicht auf eine neue Welt ermöglicht.

 

Tamia, Volontärin 2016/17