Freiwilliges Soziales Jahr in Ecuador

Ecuador hat 2008 das Konzept des „Buen Vivir“ in die eigene Verfassung aufgenommen und damit auch der Natur als erstes Land der Erde Rechtssubjektivität eingeräumt. Das Land hat an Ressourcenreichtum und landschaftlicher Vielfalt alles zu bieten, damit „das gute Leben“ für alle auch wirklich möglich sein könnte. In den vergangenen Jahren wurde viel in Infrastrukturprojekte investiert und merkliche ökonomische Fortschritte gemacht. Treibender Motor für diese Entwicklung ist aber eine extensive Ausbeutung der Erdölressourcen des Landes. Drunter leidet auch die Natur.

Ecuador oder Ekuador, wie es manchmal auch geschrieben wird, hat auf einer Fläche von insgesamt 285.000 km2 drei Klimazonen zu bieten. Das Andenhochland, die Küstenregion und das Amazonastiefland bilden die drei charakteristischen Regionen und sind für die ökonomische und soziale Vielfalt des Landes mitverantwortlich.

Eines der größten sozialen Probleme des Landes, nämlich die Ungleichverteilung von Ressourcen, konnte in den letzten Jahren stark verbessert werden. Der GINI-Koeffizient des Landes hat sich von 58,6 (1998) in den letzten Jahren auf 45 gebessert. Österreich hatte 2016 einen Koeffizienten von 30. Allerdings ist diese Verbesserung auch in Ecuador nicht unumstritten und es gibt starke Tendenzen, diesen politischen Trend wieder umzukehren.

Einsatzstelle für ein FSJ in Cuenca

Kinder unter 14 Jahren machen beinahe 30% der ecuadorianischen Gesamtbevölkerung aus. Sie sind besonders von Armut gefährdet. Viele Eltern schaffen es nicht, sich und ihre Kinder durchzubringen, sodass viele Kinder als Verkäufer oder Schuhputzer das Familieneinkommen aufbessern.  Die Fundación Salesiana PACES in Cuenca, der drittgrößten Stad Ecuadors, setzt sich seit über dreißig Jahren für diese Kinder und Jugendlichen ein, um ihnen eine Zukunft fernab der Straße zu ermöglichen. Die Fundación Salesiana PACES teilt sich auf verschiedene Teilprojekte auf. Während im „Centro de Formación Artesanal“ Jugendliche und junge Erwachsene eine Berufsausbildung (Mechanik, Gastronomie, Tischlerei, ...) absolvieren, gibt es auch die sogenannten „COS“ (Centros Organizativos Salesianos). Diese befinden sich an verschiedenen Märkten Cuencas. Sie sind dort für die arbeitenden Kinder eine Anlaufstelle zum Essen, Spielen, Hausübung machen oder Freunde treffen. Abgesehen davon gibt es Sozialarbeiter die Rundgänge auf den Märkten und in der näheren Umgebung machen. Ziel ist es , den direkten Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen und deren Familien aufrecht zu erhalten. Als Volontärin im Rahmen deines Sozialdienstes oder Zivildienstes in Ecuador bist du für die Freizeitbetreuung der Kinder in den COS zuständig, begleitest sie durch den Tag und hilfst ihnen bei den Hausaufgaben.

Mögliche Tätigkeiten

  • Ansprech- und Aufsichtsperson für Kinder und Jugendliche sein
  • Essensausgabe im Projekt
  • Hausübungsbetreuung
  • Gestaltung von Freizeitaktivtäten (Spiel, Sport, Tanz und Basteln) für Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 18 Jahren

Fakten

  • Einsatzort: Cuenca, Ecuador
  • Einsatzdauer: 10-12 Monate
  • Einsatzbeginn: Sommer
  • Einsatzplätze: 2

Erfahrungsbericht

Im Volontariat habe ich gelernt, hinter Fassaden zu blicken, zweite, vierte und siebte Chancen zu geben,  und beim achten Mal die Früchte zu ernten.

 

Robert, Volontär 2017/18