Freiwilliges Soziales Jahr in Äthiopien

Wir alle haben ein stereotypes Bild von Afrika. Wir glauben, dass unser Bild von armen, aber glücklichen Menschen, die farbig gekleidet sind, und trommeln, tanzen und singen auf den ganzen Kontinent zutreffen. Denken wir an Afrika, so denken wir an sengende Hitze, flache Savannen, Reis und exotische Früchte. Äthiopien ist anders. Die traditionellen Kleider sind nicht bunt sondern weiß. Die ÄthiopierInnen sind eher zurückhaltend und essen wenig Reis sondern leckeren Linsenbrei auf Injera, einem gesäuerten Fladenbrot. Und der größte Teil des Landes hat Mittelgebirgscharakter. Äthiopien beeindruckt auch durch seinen kulturellen und geschichtlichen Reichtum. Mit dem Fund des Vormenschen Lucy 1974, wurde Äthiopien der Beiname „die Wiege der Menschheit“ zuteil.

Karlheinz Böhm und seine Initiative „Menschen für Menschen“ prägt bis heute das Bild vieler Österreicher von Äthiopien. Es ist für uns das Land der Dürrekatastrophen und der Hungersnöte. Das ostafrikanische Land belegt im Human Development Index des United Nations Development Programme Platz 174 von 188 und ist damit eines der ärmsten Länder weltweit. Und das trotz des durchschnittlichen Wirtschaftswachstums von rund 10% seit 2005. Aber es gibt noch andere Seiten des Landes, die du während deines Gap Years am Horn von Afrika entdecken kannst.

Einsatzstelle für ein FSJ in Addis Abeba

Die Einsatzstelle befindet sich in Mekanissa, am Stadtrand der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Seit der Ankunft der Salesianer 1997 ist dort ein regelrechter Bildungscampus für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen entstanden. Es gibt einen Kindergarten, eine Volksschule (8 Jahrgänge) sowie eine Mittelschule (4 Jahrgänge). Außerdem gibt es noch eine technische Schule, in der Jugendliche handwerkliche Berufe erlernen können. Rund 1700 Kinder und Jugendliche besuchen die verschiedenen Schulen im Projekt.

Am Wochenende gibt es darüber hinaus noch ein Oratorium für alle Kinder. Neben diversen Ballsportarten wie Fußball, Basketball oder Volleyball, gibt es auch ein Kindertheater oder regelmäßige Filmvorführungen. Das Hauptziel des Projekts ist es, Kinder und Jugendlichen aus schwierigen Familienverhältnissen eine Chance zu geben und sie davor zu bewahren, dass sie eines Tages auf der Straße landen.

Mögliche Tätigkeiten

  • Freizeitgestaltung mit den Kindergartenkindern (basteln, spielen, Sport)
  • Unterstützung des Englischunterrichts im Kindergarten
  • Hausübungsbetreuung
  • Mithilfe im Jugendzentrum

Fakten

  • Einsatzort: Addis Abeba, Äthiopien
  • Einsatzdauer: 10-12 Monate
  • Einsatzbeginn: Sommer
  • Einsatzplätze: 2

Erfahrungsbericht

Ich habe gelernt bewusster zu reden, zu denken, zu lachen, zu lieben und vor allem zu leben.

 

Maria, Volontärin 2017/18